Flimmerfreundschaft: 20,000 Days on Earth (2014)

Das Kino ist ein kommunales Erlebnis. Über die Leinwand flackern bewegte Bilder und der Zuschauer zeigt in dem Moment erschreckend viel über seine Persönlichkeit.
Emotionen werden erlebt und Meinungen entstehen, die im Austausch offenbart werden.
Friedl-Von-Grimm und Michael möchten mit einer gemeinsamen Aktion diese Tiefe zelebrieren.
Einmal im Monat bestimme ich das Sehverhalten der wundervollen Friedl-Von-Grimm.
Einmal im Monat bestimmt Frau Von Grimm meine Filmauswahl.
Zwei Filmvorstellungen der Extraklasse. 2×10 Fragen, die die Betrachtungsweise des Anderen zeigt.
Willkommen bei der Flimmerfreundschaft – zwischen Friedl und Michael!

# Flimmerfreundschaft Double Feature No. 005 #

Friedl suchte für mich „20,000 Days on Earth“ (2014) von Iain Forsyth & Jane Pollard aus.

A) Die Story empfand ich als…
Das Werk handelt von Musiker Nick Cave und seinem 20.000sten Tag auf der Welt. Wir begleiten ihn durch den Tag, der sehr viele Stationen seines Lebens abhandelt.
MV5BMTg1OTM2OTU1NF5BMl5BanBnXkFtZTgwNTI2NzA1MjE@._V1_SX1777_CR0,0,1777,744_AL_Der Film geht hierbei in die Tiefe und ist für meinen Geschmack wunderbar philosophisch angehaucht. Die Musik von Nick Cave war mir bis dato unbekannt.

B) Mir ist besonders aufgefallen, dass…
Die Dokumentation ist filmisch unglaublich interessant. Die Präsentation des einen Tages wird so clever erweitert, sodass fast das ganze Leben von Nick Cave thematisiert wird.
Zum Beispiel durch den Besuch eines Archivs, wo Cave über alte Bilder redet.

C) Meine liebste Szene war…
beim Psychologen oder Therapeuten. Hier redet Cave natürlich über die Vergangenheit und Erinnerungen. Es sind spezielle Fragen zur Familie und die ersten Eindrücke, die das ganze Leben begleiten.20000-DAYS-ON-EARTH-DARIAN Der Psychologe, der die ganze Zeit seine Hand am Kinn hält, was witzig ist, hört aufmerksam zu. Die Antworten sind gut und spannend zu verfolgen. Zudem habe ich selbst über die Themen nachgedacht.

D) Ich habe diesen Film noch nicht gesehen, weil…
Friedl sucht für mich meistens Filme aus den letzten Jahren aus.
Leider – oder zum Glück – kenne ich hier sehr wenige Werke. Grade aus dem Nischenbereich.

E) Friedl-Von-Grimm hat mir diesen Film empfohlen, da…
Weil Friedl im gezeigten Konzert in der ersten Reihe war?
64010.largeWeil Friedl das Leben schätzt; und die philosophische, sowie poetische Ader des Filmes.

Ab hier sind Franziskas gezielte Fragen zu dem Film.

1. Würdest du den Film als eine Dokumentation bezeichnen? Wie fandest du die inhaltliche Struktur?
Ich denke nicht, dass der Film eine Dokumentation im klassischen Sinne ist.
Der Film wirkt herausgeputzt und fehlerfrei. Die Szenen, besonders mit den Dialogen sind zu ausgearbeitet. Nick Cave schrieb ja auch am Drehbuch mit.
Strukturell möchte der Film einen Tag abhandeln, aber baut sich aus.
Am Morgen klingelt der Wecker in England.
Am Abend sind wir in Australien.
In der Nacht wieder in Brighton.
Tagsüber begleiten wir Nick Cave bei Bekannten und Freunden.MV5BOTAwMDUzOTM1OF5BMl5BanBnXkFtZTgwNDM2NzA1MjE@._V1_SX1777_CR0,0,1777,744_AL_
Auch bei der Arbeit, die um die Entstehung von Musik geht – ein wundervoller Prozess, der auch wieder biografisch sein kann.
Ob all das Gesagte nun wahrheitsgetreu ist bleibt für mich offen.

2. Was waren deine Assoziationen zu Nick Cave vorher, welche hast du nun zu ihm?
Ich kannte Nick Cave überhaupt nicht.
Jetzt verbinde ich mit ihm einen tollen Film, der eine interessante Person zeigt, die ganz gute Musik macht.

3. Es gibt einen Film zu den Produktionen des nachfolgenden Albums, den man sowohl als Fortsetzung als auch Gegenstück sehen kann und mir wahrlich im Kino das Herz herausgerissen hat. Was erwartest du von dem Werk nun?
Von „20.000 Days on Earth“?
Oder von der Fortsetzung?
Meine Erwartungen ändern sich nicht, da ich davon ausgehe, dass in der Dokumentation nicht alles gesagt wurde, bzw. jenes gesagt wurde, was man zur Schau stellen wollte. Es ist ein Film. 20000_days_on_earth-web
Zudem ist „20.000 Days“ eine reine Ich-Perspektive. Hier kommen keine Gegenworte oder überhaupt andere Stimmen zu Wort, wenn man die smarten Auto-Gastauftritte entfernt.

4. Gab es Szenen oder Charakterzüge von und mit Nick, mit denen du dich identifizieren konntest?
Seine Nachdenklichkeit und kreative Verarbeitung von Erlebnissen durch Medien.
Szenen-mäßig würde mir der Besuch ins Archiv einfallen. Siehe Blogname!

5. Nick Cave: In the end, I’m not interested in that which I fully understand. The words I have written over the years are just a veneer. There are truths that lie beneath the surface of the words… truths that rise up without warning, like the humps of a sea monster and then disappear. What performance and song is to me is finding a way to tempt the monster to the surface, to create a space, where the creature can break through what is real and what is known to us. This shimmering space, where imagination and reality intersect… this is where all love and tears and joy exist. This is the place. This is where we live.
Ich bin sehr daran interessiert zu verstehen – und freue mich besonders, wenn ich denke, dass ich alles verstanden habe, was aber natürlich eine Illusion ist.
Die Referenz zum Seemonster bringt mich zum Schmunzeln und ist schön.
Wahrheit zu finden ist auch ein Thema – was öfters im Film benannt wird.
Also ein erfolgreiche Schlussszene, die den Kreis schließt.

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„20,000 Days on Earth“ (2014) war die fünfte Flimmerfreundschaft-Filmauswahl von der lieben Friedl-Von-Grimm. Zusammenfassend ein philosophisch-poetisches-musikalisches-biografisches Werk, das öfters angeschaut werden kann kann. Ich denke, ich würde immer wieder neue Aspekte finden.

Friedl-Von-Grimm hat „Stingray“ (1978) gesehen.
Ein Film von Richard Taylor, bei dem 2 Jungs von einer Nonne verfolgt werden und die Autoreifen quietschen.

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